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Situation von Studierenden mit (nicht-)sichtbaren Behinderung / chronischer Erkrankung

Die Situation der von Studierenden mit nicht-sichtbarer Behinderung bzw. chronischer Erkrankung, insbesondere die Lage jener Studierenden, die eine psychische Einschränkung haben, wird sowohl in der Literatur als auch an Hochschulen zunehmend thematisiert.

 

Laut der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem Jahr 2012 liegt der Anteil der Studierenden mit Behinderung / chronischer Krankheit bei 14 Prozent. Ergänzend hierzu wurde ebenfalls von Seiten des DSWs 2011 die Sondererhebung zur Situation von Studierenden mit Behinderung und chronischer Krankheit mit dem Titel „beeinträchtigt studieren (kurz: „Best-Umfrage“) durchgeführt. Hierbei handelt es sich um eine Online-Befragung von 16.000 Studierenden mit studienerschwerenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen (verteilt über 160 staatlich anerkannte Hochschulen). Mithilfe dieser Befragung wurden Informationen über beeinträchtigungsbedingte Belange bei Studienwahl, Studiendurchführung und Studienfinanzierung gesammelt. Das hier hinter stehende Ziel ist es gewesen, detailliertere Daten zur Studiensituation von Studierenden mit Behinderung / chronischer Erkrankung zu erhalten.

 

Die Studie kam zu folgenden Ergebnissen: bei 60 % der Probanden hatte die Behinderung / chronische Erkrankung starke oder sogar sehr starke krankheitsbedingte Auswirkungen aufs Studium und bei 30 % waren diese mittelstark ausgeprägt. Zudem haben 8 Prozent (der Befragten) eine anerkannte Schwerbehinderung.

Weiterhin zeigt die statistische Erhebung, dass die Behinderung und / oder chronische Erkrankung bei knapp zwei Drittel der 16.000 Befragten, auch nach längerer Zeit für Dritte nicht-sichtbar bzw. nicht-wahrnehmbar ist. Knapp die Hälfte hiervon haben psychische Beeinträchtigungen und ein Fünftel wiederum chronisch-somatische Erkrankungen (wie z.B. Allergien, Rheuma oder Tumorerkrankungen) 6 Prozent sind von Teilleistungsstörungen (wie z.B. Legasthenie und Dyskalkulie) betroffen. Bei lediglich 6 Prozent der befragten Studierenden ist die Erkrankung auf Anhieb sichtbar.

 

Der zunehmend hohe Anteil der Studierenden mit einer psychischen Einschränkung wird ebenfalls vom Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (2015) und einer Umfrage an der Universität zu Köln (2014) bestätigt.

 

Die befragten Studierenden der Best-Umfrage haben angegeben, dass sie Schwierigkeiten mit der hohen Prüfungsdichte, mit Anwesenheitspflichten und der Studienorganisation haben. Lehrende und Prüfungsämter erkennen oftmals die Notwendigkeit eines Nachteilsausgleichs nicht immer an, aber auch „outen“ sich die Studierenden nicht immer und verzichten damit auf ihre Rechte. Darüber hinaus kennen viele die Informationsangebote nicht bzw. fühlen sich von diesen nicht angesprochen. Diese Ergebnisse werden auch durch Erfahrungen des kombabb-Kompetenzzentrums - Behinderung, Studium, Beruf - NRW bestätigt.

 

 

Weiterführende interne Links:

>> Definition „(nicht-)sichtbare“ Behinderung

>> Umgang mit nicht-sichtbarer Behinderung / chronischer Erkrankung
>> Nachteilsausgleiche / „Sonderanträge“ bei der Zulassung
>> Nachteilsausgleiche im Studium

>> Behinderungsbedingter Mehrbedarf / Eingliederungshilfe

>> Beratungsangebote: kombabb-Kompetenzzentrum NRW / Beratungsangebote an einer Hochschule / Beratungsangebote außerhalb einer Hochschule

 

Weiterführende externe Links:

>> DSW: 20. Sozialerhebung (2012)

>> DSW: beeinträchtigt studieren (2011)

>> DSW: beeinträchtigt studieren (2011) - Kurzform

>> Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (2015)

>> Umfrage an der Universität zu Köln (2014)

 

 



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